Brücke-Museum, Berlin
16. November 2019 – 12. März 2020
Eröffnung: 15. November 19 Uhr

 

AUFGRUND DER AKTUELLEN UMSTÄNDE MUSS DIE AUSSTELLUNG IM BUCHHEIM MUSEUM LEIDER ENTFALLEN!



»Ungerahmte Bilder gebe ich niemals auf Ausstellungen, das geht bei meinen Arbeiten nicht. Wenn ich etwas mache, so recht und gut als irgend möglich, sonst lieber nicht.« Ernst Ludwig Kirchner

 

Das Zitat zeigt nicht nur, wie unzertrennlich Bild und Rahmen für Kirchner waren, es steht vielmehr exemplarisch für die Bedeutung, welche die selbst gestalteten Rahmen für alle Künstler der »Brücke« hatten. Ein Gemälde wird vom Künstler nicht länger einem Rahmen zugeordnet, der in der Kunstgeschichte dann als Originalrahmen zu gelten hat. Die Künstler der »Brücke« werden vielmehr selbst zu Gestaltern ihrer Rahmen: Der Originalrahmen wird zum Künstlerrahmen. Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel, Emil Nolde, Otto Mueller und Max Pechstein entwarfen für ihre Gemälde Rahmen, sie nutzten besondere Rahmenprofile, versahen sie mit geschnitzten Ornamenten, fassten und gestalteten sie farblich. Sie betrachteten Gemälde und Rahmen als untrennbare ästhetische und kompositorische Einheit. Darüber hinaus maßen sie den selbst gestalteten Rahmen eine bedeutende Mittlerrolle zu: Durch sie verbanden sich die Bilder mit dem umgebenden Raum. Nur so konnte die Malerei mit dem für den Expressionismus so maßgeblichen Konzept des Gesamtkunstwerks in Einklang gebracht werden.


Umso erstaunlicher ist es, dass die Rahmen bei der Rezeption der »Brücke« bislang keine Beachtung gefunden haben. Fast immer wurden die als zu schlicht empfundenen Künstlerrahmen von Kunsthändler*innen, Sammler*innen und sogar Museumsleuten durch prunkvollere, in der Regel vergoldete Rahmen ersetzt. In Wissenschaft und Ausstellungspraxis spielten sie bis heute kaum eine Rolle. Und selbst in der Literatur gibt es so gut wie keine Abbildung, die ein Gemälde in seinem Rahmen zeigt. Diese Lücke wird nun geschlossen.

 

Kurator*innen der Ausstellung: Werner Murrer, Lisa Marei Schmidt, Daniel Schreiber