Brücke-Museum, Berlin
16. November 2019 – 15. März 2020
Eröffnung: 15. November 19 Uhr

 

Buchheim Museum, Bernried am Starnberger See
28. März – 5. Juli 2020

»Ungerahmte Bilder gebe ich niemals auf Ausstellungen, das geht bei meinen Arbeiten nicht. Wenn ich etwas mache, so recht und gut als irgend möglich, sonst lieber nicht.« Ernst Ludwig Kirchner

 

Das Zitat zeigt nicht nur, wie unzertrennlich Bild und Rahmen für Kirchner waren, es steht vielmehr exemplarisch für die Bedeutung, welche die selbst gestalteten Rahmen für alle Künstler der »Brücke« hatten. Ein Gemälde wird vom Künstler nicht länger einem Rahmen zugeordnet, der in der Kunstgeschichte dann als Originalrahmen zu gelten hat. Die Künstler der »Brücke« werden vielmehr selbst zu Gestaltern ihrer Rahmen: Der Originalrahmen wird zum Künstlerrahmen. Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel, Emil Nolde, Otto Mueller und Max Pechstein entwarfen für ihre Gemälde Rahmen, sie nutzten besondere Rahmenprofile, versahen sie mit geschnitzten Ornamenten, fassten und gestalteten sie farblich. Sie betrachteten Gemälde und Rahmen als untrennbare ästhetische und kompositorische Einheit. Darüber hinaus maßen sie den selbst gestalteten Rahmen eine bedeutende Mittlerrolle zu: Durch sie verbanden sich die Bilder mit dem umgebenden Raum. Nur so konnte die Malerei mit dem für den Expressionismus so maßgeblichen Konzept des Gesamtkunstwerks in Einklang gebracht werden.


Umso erstaunlicher ist es, dass die Rahmen bei der Rezeption der »Brücke« bislang keine Beachtung gefunden haben. Fast immer wurden die als zu schlicht empfundenen Künstlerrahmen von Kunsthändler*innen, Sammler*innen und sogar Museumsleuten durch prunkvollere, in der Regel vergoldete Rahmen ersetzt. In Wissenschaft und Ausstellungspraxis spielten sie bis heute kaum eine Rolle. Und selbst in der Literatur gibt es so gut wie keine Abbildung, die ein Gemälde in seinem Rahmen zeigt. Diese Lücke wird nun geschlossen.

 

Kuratoren*innen der Ausstellung: Werner Murrer, Lisa Marei Schmidt, Daniel Schreiber

 

 

Ausgewählte Veranstaltungen im Brücke-Museum Berlin

 

jeden Samstag, 11:30 Uhr
Öffentlicher Rundgang

 

So, 15. Dezember 2019, 15 Uhr
Neu gesichtet I: Framing Performance
in Englisch, mit Renen Itzhaki, Choreograph, Genf

 

Do, 16. Januar 2020, 18–21 Uhr
Brücke After Hours: Young Professionals im Gespräch
mit Nora Hogrefe und Katrina Schulz

 

So, 26. Januar 2020, 12 Uhr
Vor Ort: Eine Berliner Rahmensammlung
mit Olaf Lemke, Antike Rahmen, Eisenacher Straße 7, 10777 Berlin
Anmeldung erforderlich

 

So, 26. Januar 2020, 16 Uhr
Öffentlicher Kuratoren-Rundgang
mit Werner Murrer, Kurator der Ausstellung und Rahmenexperte, München

 

So, 26. Januar 2020, 17–19 Uhr
Expert*innen-Tag Fokus Rahmen
mit Eva Mendgen, Kunsthistorikerin, Saarbrücken und Werner Murrer, Kurator der Ausstellung und Rahmenexperte, München

 

So, 23. Februar 2020, 14 Uhr
Öffentliche Direktorinnenführung
mit Lisa Marei Schmidt, Direktorin, Brücke-Museum

 

Sa, 29. Februar 2020, 15 Uhr
Neu gesichtet II: Von Ecken und Kanten
mit Lucija Wićaz, Tischlergesellin und Kulturwissenschaftlerin, Berlin

 

Sa, 7. März 2020, 15 Uhr
Neu gesichtet III: Rahmen. Begrenzung, Perspektive und Ausschnitt
mit Susanne Schuricht, Bildende Künstlerin, Berlin

 

Das gesamte Begleitprogramm zur Ausstellung im Brücke-Museum finden Sie hier.